Arnd Helsson: Das Liebesleben der Fetten

Das Liebesleben der Fetten
© Arnd Helsson

In den Dörfern und in den Städten
ist das Liebesleben der Fetten
zumeist Freude pur.
Aber nicht nur.
Denn manchmal krachen die Betten.

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Arnd Helsson: Der Aktmaler

Der Aktmaler
© Arnd Helsson

Ein Aktmaler hatte in Minden
es schwer, Modelle zu finden.
Wenn er malte den Akt
war er splitternackt.
Drum malte er nur von hinten.

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Patricia Koelle: Geburtstagswünsche

Geburtstagswünsche
© Patricia Koelle

Wärst du damals nicht geboren
Wären die Tage nicht so bunt
Wären wir zwar nicht verloren
Doch das Leben nicht so rund

Mit dir ein paar heitre Stunden
Dein schräger Witz, dein schnelles Lachen
Schon hat den Mut man neu gefunden
Sich fröhlich auf den Weg zu machen

Sucht man Rat, hast meist ihn du
Hält kein Nagel in der Wand
Braucht man Hilfe ab und zu
Gehst du klug und gern zur Hand

So beglückwünschen wir froh
Uns selbst, weil du in unsrem Kreise
Und wünschen uns es bliebe so
Denn wohl tut uns stets deine Weise

Weil du es bist auch Dir was Gutes
Manch Grillwurst und auch Kuchenstücke
Bleib gesund und frohen Mutes
Und verschont von jeder Mücke

Unsre Freundschaft sei dir sicher
Das eine oder andre Spiel
Mal ein Abend mit Gekicher
Und – na klar – des Glückes viel

Nur ändern sei dir nicht erlaubt
Diesen Wunsch gewähr uns noch
Da hier jeder an dich glaubt
So wie du bist, so bleibe doch!

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Martina Decker: Endlich vierzig

Endlich vierzig
© Martina Decker

Ein Auge weint, das andre lacht
Du hast die vierzig voll gemacht!
Die erste Vier, die vorne steht,
jaja, die Zeit vergeht.
Ein Alter, da die Männer Krisen kriegen
Und lieber junge Mädchen lieben.
Wo sie im Fitness-Center schuften
Und plötzlich nach Parfümen duften.
Wo sie, es ist zum Lachen,
sich, kurz gesagt, zum Affen machen,
da ist Frau schlicht und einfach gut
Hat viel Gefühl und mächtig Mut.
Im Job ist sie ein Hauptgewinn
und kriegt ihr Leben locker hin.

Lehn also dich entspannt zurück
genieße selbstbewusst das reife Glück:
nicht älter wird Frau – ehrlich wahr
nur besser Jahr für Jahr!

Das ist der Grund, drum gratulier‘ ich dir
zu deiner allerersten Vier …

… die vorne steht

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Martina Decker: Endlich fünfzig

Endlich fünfzig
© Martina Decker

Die 50 wird Dich nun begleiten
auf allen Wegen und zu allen Zeiten.
Doch sollst du keinesfalls verzagen,
und übers Alter dich beklagen.

Der Mann von heute, er darf hoffen,
ihm stehen alle Türen offen:

Vital Plus 50 – die Gymnastikgruppe
ist eine wirklich nette Truppe.
Die Volkshochschule macht perfekt
Senioren fit fürs Internet.
Die Grauen Panther suchen Aktivisten,
beim DRK gibt’s Notfall-Listen,
der VdK lädt regelmäßig ein
zum lustigen Beisammensein.

Darfst jetzt Seniorenreisen buchen
mit Kaffee und mit Kuchen …
Verkaufsveranstaltung inklusive!
Das nenn‘ ich Perspektive!

Und darum gratulier ich dir
Von ganzem Herzen und voll Neid
Wünsch ich doch heimlich mir
Ich wäre endlich auch so weit!

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Leonore Enzmann: Ladehemmung

Ladehemmung
© Leonore Enzmann

Ich sitze hier – sinniere,
was ich Dir schreiben könnt,
doch auf dem Schreibpapiere
liegt nur mein Stift und pennt.

Ich möcht‘ Dir so viel sagen,
doch fällt es mir so schwer.
Hab sicher auch noch Fragen,
doch mein Kopf, der ist leer.

Wollt ein Gedicht Dir schreiben,
mir fällt kein Titel ein,
drum lasse ich es bleiben.
Es muss ja heut nicht sein.

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Andere Dimension: Kinderfragen

Was gesagt werden muss
© Andere Dimension

Kind
Grast das Nilpferd nur am Nil?
Ist die Taube wirklich taub?
Wiegt der Vielfraß viel zu viel?
Warum macht die Blüte Staub?

Mutter
Das Nilpferd grast nicht nur am Nil,
Die Taube ist nicht wirklich taub,
Doch Du mein Kind, fragst viel zu viel,
Nun mach dich endlich aus dem Staub.

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Stefan Pölt: Nase

 
Nase
© Stefan Pölt

Zwischen beiden Augenbrauen
scheint die Nase zu entspringen
und sie endet bei den Frauen
öfter mal in fremden Dingen!

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Andere Dimension: Hochzeitsglocken

 
Hochzeitsglocken
© Andere Dimension

Es sagte einst der Schiller schon:
„Drum prüfe, wer sich ewig bindet“.
Ich tat’s! Dann lief ich schnell davon.
Nun hoff ich, dass sie mich nicht findet.

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Horst Engel: Besondere All-Gemeinheit

 
Besondere All-Gemeinheit
© Horst Engel

Es kann die Welt nur so gemein
wie mancher, nicht wie alle sein,
denn dann wär‘ sie ja insgeheim
in Wahrheit nicht mehr all-gemein.

Drum denke ich mir meinen Teil
und biete All-Gemeinheit feil.
Doch das Besondere versag‘
besonders dem ich, der es mag.

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Andere Dimension: Tuntenball

 
Kommt Zeit, kommt Rat
© Andere Dimension

Mein Kumpel liebt es unten prall,
Doch wurd er nie genauer.
Heut geht er auf den Tuntenball.
Nun bin ich etwas schlauer.

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Andere Dimension: Prinzenrolle

 
Prinzenrolle
© Andere Dimension

Ein König spielte Königin,
Auf viel zu hohen Hacken.
Er fiel, die Zähne waren hin
Und auch der Krone Zacken.

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Stefan Pölt: Ohren

 
Ohren
© Stefan Pölt

Recht verschieden scheinen Ohren,
doch sie sind in jedem Fall
links und rechts uns angeboren.
Manche ham’se überall!

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Alfons Pillach: Kaktus-Gedicht

Kaktus – Gedicht – Kaktus-Gedicht

Schmerzlich
© Alfon Pillach

Ein Kaktus sprach zu seiner Frau,
als sie ihn einmal küsste: „Au!“
Er sagte dann zu ihr beherzt,
dass ihre Liebe sticht und schmerzt.
Sie musste ihm versprechen,
beim Kuss nie mehr zu stechen.
Als sie ihn wieder einmal stach,
da war’s so weit, ihr Glück zerbrach:
Er konnt‘ sie nicht mehr leiden
und ließ sich von ihr scheiden.

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Alfons Pillach, Ronald Henss
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Alfons Pillach: Mit Doktorhut statt Narrenkappe

Guttenberg – Doktor – Doktorhut – Narrenkappe

Mit Doktorhut statt Narrenkappe
© Alfon Pillach

So mancher meistert manche Hürde
auf seinem Weg zur Doktorwürde.
Doch manchmal treibt ein Menschenkindel
des „Doktors“ wegen großen Schwindel.

Dann möchte man auf krummen Wegen
zu eines Doktorgrades Segen,
weil ohne „Doktor“ man sehr leidet,
und so ein Titel unterscheidet.

Es steht halt so ein Doktorhut
auch manchem Möchtegern sehr gut.
Und wird beim Schwindeln er erwischt,
dann werden Märchen aufgetischt.

Es ist und bleibt ein Plagiator
für sich sein eigner Terminator:
Er reduziert sich zur Attrappe
mit Doktorhut statt Narrenkappe.

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Ronald Henss: Limerick Ingelheim

Limerick – Ingelheim – Bingen – Lokführer – lustige Gedichte

Limerick Ingelheim
© Ronald Henss

Ein Lokführer aus Ingelheim
fuhr in den Bahnhof Bingen ein.
Dort hat er – nicht schön –
ein Signal übersehn.
Nun wird er wohl im Himmel sein.

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Arnd Helsson: Schnakenplage

 
Schnakenplage
© Arnd Helsson

 
Dem Menschen wird ganz ohne Frage
gelegentlich zur großen Plage
des Nachts das Sirren einer Schnake.
Mit Simmsimmsimm und Simmsimmsumm
tanzt sie ihm auf der Nase rum.
Und so ist die ganze Nacht
der Arme um dem Schlaf gebracht.
Noch größer werden dann am Morgen
des geplagten Menschen Sorgen.
Mit tausend Stichen im Gesicht
erkennt er sich im Spiegel nicht.
Sein Anblick ist ihm selbst ein Graus,
er wagt sich gar nicht aus dem Haus.
Da erblickt er überm Bett
eine Schnake dick und fett.
Er killt das Untier voller Wut,
zurück bleibt nur ein Flecken Blut.
Am Abend legt er früh sich nieder,
sucht Ruhe für die müden Glieder.
Er schaut zum Blutfleck an der Wand
und denkt erfreut: Gefahr gebannt!
Gähnt, schließt die Augen, dreht sich um
… und leise sirrt es simmsimmsumm.

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Arnd Helsson: Ostereier-Limerick

 
Ostereier-Limerick
© Arnd Helsson

 
Es versteckt eine Dame aus Speyer
für ihren Gatten zur Osterfeier
nur so zum Spaß
im hohen Gras
Dioxin-verseuchte Eier.

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Manfred Schröder: Kinderlied

 
Kinderlied
© Manfred Schröder

 
Rum, Rum, Rum,
der Matrose summt herum.
Hat die Flasche leer getrunken
und dann ist das Schiff gesunken.
Rum, Rum, Rum,
der Matrose summt herum!

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Manfred Schröder: Galgengedicht

 
Galgengedicht
© Manfred Schröder

 
Wie sich die schwarzen Krähen balgen
um die Leichen an den Galgen,
die da sanft im Winde hängen.
Der Mond zieht ruhig seine Bahn,
der Henker hat sein Werk getan
und lauschet nun den Schubertklängen.

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Horst Engel: Boshafte Baustelle

 
Boshafte Baustelle
© Horst Engel

 
Ich kam an eines Baues Statt,
die Fahrradklingel tönte satt,
die Baustell‘ doch, die wich nicht aus,
als macht‘ sie sich nen Spaß daraus.
Sie wich nicht einen Meter breit,
ich auch nicht und — ich habs bereut.
Und die Moral von der Geschicht?
Bei Baustell’n klingeln? Lohnt sich nicht!

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Manfred Schröder: Reimzwang

 
Reimzwang
© Manfred Schröder

 
Der Dichter blicket himmelwärts
und treibt mit Reimentsetzen Scherz.
Auch in mir ist solcher Drang,
zum unheilvollen Reimezwang.
Und leider ist’s mir nicht beschieden,
zu sagen: Ich hab den Reim gemieden.
Denn geheimnisvoll ist jene Kraft,
die in mir wirket und auch schafft.
Doch möchte ich zum Schlusse sagen
ohne Jammern, ohne Klagen:
Und sei es auch zusammengeleimt –
es ist ein Gedicht, wenn es sich reimt!

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Horst Engel: Wegen Geschäftsaufgabe

 
Wegen Geschäftsaufgabe
© Horst Engel
 
Es gab da einmal einen Laden,
des Eigner war dem Trunk verfallen.
Das brachte schließlich großen Schaden
wohl über dieses Ladens Hallen.

Er schenkte fröhlich nämlich her,
was seinem Trinkerhirn entsprang.
Ob’s Weinbrand, Bier oder Liqueur,
ob’s Schnaps, Weib, Wein oder Gesang.

Er gab froh freudig alles hin
und tat sich niemals schämen.
Das war, so schien’s, auch nicht der Sinn,
wie auch nicht, Geld dafür zu nehmen.

Das nährte weder Mann noch Maus,
„Wie unklug!“, rief der Rabe.
Und kurz darauf war es auch aus —
mit der Geschäft-sauf-gabe.

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Hans Seldron: Schweinischer Limerick

Schweinischer Limerick #01
© Hans Seldron

Ein Eber aus Ibbenbüren
wollte ein Schwein verführen.
Als sie ihn so sah
wie er nackt war,
tat er sich sehr genieren.

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Manfred Schröder: Trinkerlos

Trinkerlos
© Manfred Schröder

 
Ein leeres Boot zur Abendstund –
wo mag der Fischer sein?
Er schläft fest auf des Sees Grund
und ist berauscht vom Wein.
Bis zu seinem Auferstehn
wird wohl noch viel Zeit vergeh´n.
Drum sage ich es hier als Reim:
Trink deinen Wein lieber daheim!

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